Home Angebot Ordination Behandlungsablauf TCM Kontakt Über mich



TCM Ernährungslehre

Die TCM-Ernährungslehre stellt die energetische Wirkung der einzelnen Nahrungsmittel im Organismus in den Vordergrund. Sowohl die thermische Qualität der Nahrungsmittel als auch ihre Elementenzugehörigkeit und damit der Organbezug werden berücksichtigt.

Nahrungsaufnahme bedeutet Energiezufuhr, die Nahrung ist die wichtigste Qi-Quelle des Organismus. Entscheidend ist also die Frage: Wie fühle ich mich nach dem Essen? Bin ich frisch und energiegeladen, oder fühle ich mich müde und unkonzentriert?

Grundsätzlich beschäftigt sich die TCM nicht nur mit der Behandlung von Krankheiten, sondern schafft auch Einblicke in krankmachende Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und zeigt Wege zur Vorbeugung von Krankheiten und zu mehr Wohlbefinden. Die TCM ist eine Vorsorgemedizin im klassischen Sinn, sie erkennt Störungen und energetische Ungleichgewichte schon im Vorfeld von Krankheiten und bietet Möglichkeiten diesen entgegenzuwirken.

Die TCM-Ernährungslehre ist ein ganzheitliches Ernährungssystem, die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den ganzen Organismus sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene werden berücksichtigt.

  • allgemeine Ernährungslehre
  • therapeutische Ernährungslehre

Die TCM-Ernährungslehre dient in erster Linie der Krankheitsvermeidung. Unkomplizierte energetische Dysharmonien können mittels Ernährungsumstellung ausgeglichen werden, v.a. wenn die Ursachen im Zusammenhang mit einer falschen Ernährung stehen.

Die Lebensessenz jing
Die Grundsubstanz menschlichen Lebens ist die sogenannte Lebensessenz jing. Sie wird in den Nieren gespeichert und besteht aus einem angeborenen, vorgeburtlichen Anteil und aus einem erworbenem, nachgeburtlichen Teil. Durch die Funktion des ming men (Tor des Lebens) wird die Lebensessenz jing (yin) in Lebensenergie qi (yang) umgewandelt. Bei dieser Umwandlung entsteht der Geist shen (Denken, Bewusstsein). Der erworbene Anteil der Lebensessenz stammt aus der Nahrung. Die Nahrungsaufnahme durch die Verdauungfunktion ist demnach die wichtigste Energiequelle des Körpers.

Um einen übermäßigen Verbrauch der angeborenen Essenz und damit ein vorzeitiges Altern zu vermeiden, ist es wichtig, die Verdauungsfunktion zu unterstützen und durch eine ausreichende, richtige und ausgewogene Ernährung dem Körper ausreichend Energie zuzuführen.

Da die erworbene Essenz vor allem im Schlaf in die Nieren eingespeichert wird, ist für die Gesunderhaltung neben richtiger Ernährung und Bewegung auch ausreichend Ruhe und Schlaf von zentraler Bedeutung.

Verdauungsorgane
In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Milz das zentrale Verdauungsorgan, man dachte sich Milz und Bauchspeicheldrüse anatomisch und funktionell als ein Organ. Nach der Elementenlehre entspricht die Milz als nährendes Organ dem Element der Erde und der Mitte, da sie die zentrale Energiequelle des Körpers darstellt. Den Magen kann man sich wie einen Topf vorstellen, in dem die Nahrungsmittel aufgeschlossen und „gekocht“ werden. Das dazu notwendige wärmende Feuer stammt von der „Milz“. Für die Verdauung von Nahrungsmitteln ist also Wärmeenergie notwendig. Kalte Nahrungsmittel (z.B. Rohkost) benötigen zur Verdauung mehr Wärmeenergie, oft wird zur Verdauung mehr Energie verbraucht als aus der Nahrung gewonnen werden kann (Minusbilanz). Erster Grundsatz der chinesischen Ernährungslehre ist daher, niemals zu kalte und immer möglichst aufgeschlossene (d.h. gekochte, gedünstete) Nahrung zu sich nehmen.

Falsche Ernährung
Zu üppige oder übermäßige Ernährung führt dazu, dass der Magen mit der Verdauung der angebotenen Nahrungsmenge nicht fertig wird. Es kommt zur Nahrungsstagnation im Magen. Der Magen versucht, dem Problem durch zusätzliche Bereitstellung von Wärmeenergie Herr zu werden. Die Folge ist Magen-Hitze, die das Hungergefühl zusätzlich steigert, ein Teufelskreis beginnt. Magen-Hitze führt zur Schädigung von Magen-yin mit Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen. Zusätzlich bedingt die Magen-Hitze ein verstärktes Verlangen nach kalten Nahrungsmitteln, was zu einer Milz-Schädigung mit Verdauungsstörung führt. Flüssigkeitsstagnation und Schleimbildung sind die Folge.

Schleim
Schleim entsteht im Rahmen einer sogenannten Milz-qi-Schwäche. Diese ist meist ernährungsbedingt durch unregelmäßiges, zu hastiges oder zu reichliches Essen, durch den Genuss von zu kalten Nahrungsmitteln oder Süßigkeiten. Auch Milchprodukte, Fettes und Gebratenes sind an der Schleimbildung beteiligt.

Gesunde Ernährung
Basis einer Gesunden Ernährung ist gekochtes Getreide (z.B. Reis) und Gemüse. Fleisch wird als Beilage genossen.
Gemieden werden sollten zu kalte Nahrungsmittel, Süßigkeiten, Fettes oder Milchprodukte, weiters zu üppige Mahlzeiten, zu hastiges essen oder Nahrungsaufnahme zu spät am Abend.
Ebenfalls gemieden werden sollten scharfe Gewürze (v.a. bei Hitzesymptomatik). Die 5 Geschmacksrichtungen sauer, bitter, süß, scharf und salzig sollten in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen.
Als ideales Getränk empfielt sich heisses Wasser.

Klassifikation der Nahrungsmittel
Nahrungsmittel werden in der chinesischen Medizin eingeteilt nach Temperaturqualität, Geschmack und Organbezug. Energetische Imbalancen im Körper können demnach gezielt durch bestimmte Nahrungsmittel ausgeglichen werden.

Basis jeder Diätbehandlung ist jedoch eine Milz und Magen schonende und Milz-qi stärkende Ernährung.

Spezielle Diäten und Ernährungsrichtlinien zur Behandlung von Störungen und energetischen Imbalancen werden individuell nach Diagnosestellung im Sinn der Traditionellen Chinesischen Medizin zusammengestellt.

__

Literatur
Temelie, Barbara u. Beatrice Trebuth. Das Fünf Elemente
Kochbuch.1993. Sulzberg: Joy-Verlag.

 

 

 

 


Dr. Thomas Strauch

Lungenfacharzt
Arzt für Akupunktur
chinesische Diagnostik und Arzneitherapie

Operngasse 34/5/22
A-1040 Wien

Tel.: 01-581 10 69
Mobil: 0699-12809870
Fax: 01-585 80 37
tcm@praxiswien.net
www.tcm.praxiswien.net
www.facebook.com/tcm.praxiswien